3.

Zu Velburg sitzt die Braut mit ihren Kranzljungfern am Tische; die Geschenke werden in eine zinnerne Schüssel gelegt: die Thaler wirft dann die eine [99] Prangerin in den Krug auf ihrem Schooß, die anderen Geschenke die zweyte in einen Korb. Jeder, der schenkt, gibt der Braut die Hand, der Brautführer gougt dazu und der Bräutigam kredenzt an der Tischecke Wein oder Bier.

Das Schenken geht in der Ordnung des Kirchganges. Zu allerletzt schenkt der Brautführer, nachdem er noch den Degen aus der Decke gezogen hat und auf den Tisch fallen läßt; mit der linken Hand wirft er Zuckerzeug hin, wofür ihm die Prangerinen den Degen mit Tüchern umwickeln, ihm zum Geschenke.

Während der Brautführer schenkt, ist der Degen frey; erwischt ihn Einer der Gäste, muß er ihn lösen. Velburg.

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TextGrid Repository (2026). Collection 51. 3. [Zu Velburg sitzt die Braut mit ihren Kranzljungfern am Tische]. 3. [Zu Velburg sitzt die Braut mit ihren Kranzljungfern am Tische]. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). Kolimo+. https://hdl.handle.net/21.11113/4g8j9.0