Im Traum

Ich ging im Traum zum Himmel ein
Und blieb dort an der Thüre stehen.
Ich sah so viele Engelein
Hinaus und wieder einwärts gehen.
Sie schwebten leuchtend hin und her,
Der Himmel hier und dort die Erde,
Auf letzterer zu fragen, wer
Sich ihnen anvertrauen werde.
Doch ob ich ohne Unterlaß
Auf ihr Bemühn, ihr Sorgen schaute,
Es war so wunderselten, daß
Sich ihnen Jemand anvertraute.
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Das that mir so unendlich leid,
Daß ich von meinem Traum erwachte
Und nun seitdem und allezeit
Den Engeln zu gehorchen trachte.
O, könnte Jeder so, wie ich
Einmal im Traum zum Himmel gehen,
Es würde dieser sicherlich
Nicht mehr vergeblich offen stehen!
[148]

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TextGrid Repository (2012). May, Karl. Gedichte. Himmelsgedanken. Im Traum. Im Traum. Digitale Bibliothek. TextGrid. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0004-2E51-7