Gruß aus der Fremde

December 1814.


Du liebes frommes Wesen,
An dem dies Herz genas,
Das ich mir nicht erlesen,
Das mir mein Gott erlas.
Du Holde, Schöne, Süße,
Du meines Lebens Stern,
Ich grüße dich, ich grüße
Aus weiter, weiter Fern.
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Zwei Jahre sind verronnen,
Seit uns Ein Name nennt;
Wer zählet ihre Wonnen,
Wer mißt das Firmament?
Sind wir auch fern geschieden,
Die Lieb' hat süßen Brauch,
Ich fühle deinen Frieden
Und athme deinen Hauch.
Ein Schatz wohnt mir im Innern,
Ein Himmel in der Brust,
Ein seliges Erinnern
Vergangner Liebeslust.
Die Zukunft auch liegt offen
Vor meinem frommen Blick,
Da spielt ein weites Hoffen,
Ein unbegrenztes Glück.
In solchen Liebsgedanken
Verliert er sich so süß;
Einst brechen alle Schranken,
Wir ziehn ins Paradies.
Dann sollst du ganz erkennen
Mein Glück und meinen Schmerz;
Wie werd' ich dann dich nennen,
Mein Schatz, mein Licht, mein Herz.

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TextGrid Repository (2012). Schenkendorf, Max von. Gedichte. Gedichte. Erste Abtheilung. Leben und Liebe. Gruß aus der Fremde. Gruß aus der Fremde. Digitale Bibliothek. TextGrid. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0004-C4E9-C